Posted: Mon, 10 Jul 2017 09:37:29 GMT
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL
(dapd - Hintergrund) Erneut totes Kind in Brandenburg gefunden - Babys und Kleinkinder als Opfer tödlicher Gewalt -- Von Claudia Pietsch und Jörg Schreiber --
Foto: Symbolbild

Potsdam (dapd-lbg). In Brandenburg ist wieder ein totes Kind gefunden worden. Am Wochenende entdeckten Ermittler nach einem Hinweis die Leiche eines vierjährigen Mädchens in einem Wohnhaus in der Kleinstadt Erkner in der Nähe von Berlin. Wegen Verdachts des Totschlags ermittelt nun die Polizei. Nähere Einzelheiten zu diesem Fall teilte die Staatsanwaltschaft unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht mit.Spektakuläre Fälle von Kindstötungen, insbesondere von Babys und Kleinkindern, haben im Land in den vergangenen Jahren immer wieder für Entsetzen und öffentliche Debatten über die Möglichkeiten des Kinderschutzes gesorgt. Darunter waren Fälle, die bundesweit Schlagzeilen machten, wie der Fall der im Jahr 2005 entdeckten neun toten Neugeborenen von Brieskow-Finkenheerd oder das Martyrium, das der sechsjährige Dennis in Cottbus erlitt, bevor er verhungerte.Erst im Februar war in Hohen Neuendorf nördlich von Berlin ein totes Baby in einem Garten gefunden worden. Die 28-jährige Mutter, die zwei weitere Kinder hat, räumte ein, ihr Neugeborenes in einer Plastiktüte auf dem Grundstück ihrer Eltern versteckt zu haben.Im Dezember 2011 war in der Landeshauptstadt Potsdam ein totes Neugeborenes gefunden worden. Passanten hatten das Mädchen in einem Garagenkomplex entdeckt. Von der Mutter, die das Baby in der Nacht zuvor zur Welt gebracht haben muss, fehlt immer noch jede Spur. Viele Potsdamer hatten ihre Anteilnahme am Schicksal des toten Kindes in einem Trauergottesdienst ausgedrückt.Im Februar 2011 fanden Ermittler nach Hinweisen in Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) die Überreste eines Neugeborenen im Garten der Eltern. Mutter und Vater wurden zu lebenslangen Haftstrafen wegen Mordes verurteilt.Ein ersticktes Baby wurde im Februar 2010 in Werneuchen im Landkreis Barnim entdeckt. Im September 2009 fanden Polizisten nach Zeugenhinweisen eine Babyleiche auf dem Grundstück der Mutter in Groß Schönebeck ebenfalls im Landkreis Barnim. Anfang 2009 waren Babyleichen in Lübben (Landkreis Dahme-Spreewald), Frankfurt (Oder) und Nauen (Landkreis Havelland) gefunden worden.Zwtl.: Zwei Kleinkinder verdursten in Frankfurt (Oder)Im Sommer 1999 starben zwei Kleinkinder im Alter von zwei und drei Jahren in einem Plattenbauviertel in Frankfurt (Oder). Die 24-jährige Mutter hatte die Kinder unversorgt in der Wohnung zurückgelassen, um ungestört bei ihrem Freund zu wohnen. Die beiden Kinder schrien und klopften mit Löffeln an die Fenster und versuchten, sich bemerkbar zu machen. Niemand nahm Notiz von ihnen - die Kinder verdursteten.Schon etwas älter war Dennis aus Cottbus, als er mit sechs Jahren starb. Der Leichnam war zweieinhalb Jahre nach dem Tod des stark unterernährten Jungen von Polizeibeamten im Juni 2004 in einer Tiefkühltruhe der Familie gefunden worden. Dem Tod des Kindes muss nach Einschätzung von Experten ein langes Leiden vorangegangen sein. Die Eltern wurden wegen Totschlags verurteilt.Die Zahl der Fälle, bei denen Kinder unter sechs Jahren von ihren Eltern getötet wurden, ist nach Expertenangaben bundesweit rückläufig. Sie habe 2010 bei 54 gelegen und damit den bislang niedrigsten Stand erreicht, sagte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer im Februar in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd. Allerdings seien Babys in Ostdeutschland statistisch betrachtet stärker gefährdet, von ihren Eltern getötet zu werden als westdeutsche. In ostdeutschen Bundesländern sei das statistische Risiko bezogen auf die Bevölkerungsstruktur und die Zahl der bisherigen Kindstötungen fast doppelt so hoch, sagte Pfeiffer.dapd / T2012042200407 / clp / tjs /1

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